Ist der Klimaschutz überflüssig?
Klimaschutz steht zur Diskussion: Anpassung ist gefragt. Ein ironischer Blick auf die Herausforderungen und den aktuellen Zustand der Umweltpolitiken.
Eine unauffällige Versammlung findet in einem kleinen Raum im Hinterhof eines Berliner Bürogebäudes statt. Die Teilnehmer, eine illustre Mischung aus Wissenschaftlern, politischen Beratern und Umweltschützern, sind offenbar auf der Suche nach Antworten. Antworten auf die Frage: Ist der Klimaschutz überflüssig geworden? Man kann es auch direkter sagen: Müssen wir uns nicht endlich anpassen? Der Raum ist nicht gerade komfortabel. Bequeme Stühle sucht man vergebens, doch der Mangel an Bequemlichkeit ist nichts im Vergleich zu der Schwere des Themas, das auf den Schultern dieser Anwesenden lastet.
Es ist vergangenen Sommer, als die ersten Dämpfe dieser fragwürdigen These aufstiegen. Nach monatelangen Diskussionen über CO2-Reduktionen und nachhaltige Energiequellen beschloss ein (schon ein bisschen abgekämpft wirkendes) Gremium, dass es an der Zeit sei, den Klimaschutz endlich als überflüssig zu betrachten. Die Argumente für diese Position waren vielseitig, doch eines war besonders einprägsam: Die Menschen seien nun einmal Gewohnheitstiere. Aber lassen wir die Menschen einmal beiseite. Sie haben bekanntlich die Eigenschaft, sich den Umständen anzupassen. Scheinbar spielt es keine Rolle, ob die Umstände das Überleben der Spezies gefährden.
Anpassung oder Resignation?
Das Motto des Abends war: „Passt euch gefälligst an“. Es wurde angeregt diskutiert, ob es tatsächlich noch nötig sei, Ressourcen zu schonen, wenn die Welt so oder so in Flammen steht. Wenn die Temperaturen in den Städten steigen und die Luftqualität absinkt, was bleibt da noch übrig, als sich anzupassen? Die Teilnehmer schienen das als eine Art resignative Erkenntnis zu betrachten. Es gab einige, die trotz der Resignation mit gesenktem Kopf dem sozialen Druck nachgaben, und andere, die sich unbeeindruckt über die neuesten Wetterberichte ausließen. Wie oft in der Politik wurde auch hier der Eindruck vermittelt, dass die eigene Position nicht das Wichtigste sei, sondern viel mehr die Fähigkeit, der nächsten Welle an Anpassung zu trotzen.
Eigentlich könnte man der Überzeugung, dass Klimaschutz bald der Vergangenheit angehören könnte, mit einem schallenden Lachen begegnen. Doch die Ironie bleibt unberührt: Während sich die einen anpassen, versuchen andere verzweifelt, von der Klippe des Klimawandels oder der Ignoranz zu springen. Die kritischen Stimmen, die nie weit entfernt waren, fordern und fordern: "Warum können wir nicht beides tun?" Warum nicht anpassen und gleichzeitig die Erde retten?
Doch die Realität ist, dass die Anpassung oft als Vorwand für Untätigkeit dient. Wer sich an die Gegebenheiten anpasst, der hat viel weniger Anreiz, das Rad der Veränderung anzustoßen. So wird das Thema Klimaschutz zu einem leidenschaftlichen Feilschen: Wer bietet mehr? Und dabei, so scheint es, sind die interessierten Parteien in der absoluten Minderheit.
In den letzten Monaten gab es zahlreiche Konferenzen und Studien, die darauf hinwiesen, dass die Anpassung an den Klimawandel nicht nur unvermeidlich, sondern auch überaus notwendig ist. Die Frage ist jedoch: Ist es nicht auch Zeit, über die Grenzen der Anpassung hinwegzudenken? Wie lässt sich dieser Balanceakt zwischen Anpassung und Klimaschutz meistern? Der Schlüssel könnte in der Bildung liegen. Vielleicht könnte man an Schulen und Universitäten nicht nur das Thema Klimawandel, sondern auch die Fähigkeiten zur Anpassung vermitteln.
Die Antwort lautet, sich sowohl anpassungsfähig als auch verantwortungsbewusst zu zeigen. Wenn der Klimaschutz zum Überbleibsel einer vergangenen Zeit abgestempelt wird, dann ist der Aufruf zur Anpassung der letzten Ausweg. Doch im Angesicht der immer drängenderen Krisen bleibt die Frage bestehen, ob eine bloße Anpassung ausreicht. \n Es scheint eine gewisse Tragik in der Tatsache zu liegen, dass wir wohl mehr über unsere Anpassungsfähigkeit reden müssen als über den Schutz unseres Planeten.
So verlässt man diese Versammlung mit dem schalen Gefühl der Ohnmacht und der leisen Hoffnung, dass der Drang zur Veränderung nicht in den Tiefen der Gewohnheit versackt. Denn die größte Herausforderung könnte nicht das Versagen im Klimaschutz sein, sondern das Versagen im Denken.
Wir müssen uns fragen, ob wir uns tatsächlich anpassen wollen – oder ob wir nicht doch die Zügel in die Hand nehmen und die Dinge verändern sollten. Man könnte fast meinen, dass wir dem Klimaschutz eine zweite Chance geben sollten. Aber das könnte ja schließlich unbequem werden.
Wie passend. Damit wäre der Teufelskreis perfekt: Wir passen uns an, nur um festzustellen, dass Anpassung nicht gleichbedeutend mit Fortschritt ist.
In der nächsten Versammlung wird wohl ein neuer Versuch gestartet, den Spagat zwischen Anpassung und aktiven Maßnahmen zu finden. Vielleicht kommt ja auch ein neuer Schwung auf, der uns zeigt, dass Klimaschutz und Anpassung keine Gegensätze sind, sondern zwei Seiten derselben Medaille. Ein Gedanke, den wir uns vielleicht wirklich mal durch den Kopf gehen lassen sollten.