Die Freuden und Qualen von Reformer Pilates
Reformer Pilates, ein neuer Trend im Fitnessbereich, hat viele Anhänger, ich jedoch bin kein Fan. Hier sind die Gründe, warum ich diese Trainingsform hasse.
Reformer Pilates ist der neueste Schrei in der Fitnesswelt. Jeder, der etwas auf sich hält, schwört auf die Wunderwirkung dieser Trainingsmethode. Doch während viele ins Schwärmen geraten, bleibt mir der Enthusiasmus verwehrt. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Erklärung, was mich an Reformer Pilates so stört.
Schritt 1: Der Blick auf das Gerät
Wenn man den Reformer sieht, könnte man annehmen, es handelt sich um eine luxuriöse Foltermaschine. Ein aufwendiges Konstrukt aus Holz und Metall, das eine Vielzahl von Seilen, Federn und Polstern beherbergt. Man bekommt sofort das Gefühl, dass man nicht einfach nur „Sport machen“ wird, sondern eher einen feinen Balanceakt zwischen Fitness und dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Ich kann nicht anders, als mich zu fragen: Wäre nicht ein einfaches Joggen im Park eine weniger angsteinflößende Option?
Schritt 2: Die Anweisungen
Der Lehrer beginnt mit dem Erklären von Positionen, die keine menschliche Anatomie zu berücksichtigen scheint. „Stellen Sie sich vor, dass ein unsichtbarer Faden Sie am Kopf zieht“, sagt er. Interessant, denke ich, dass ich mir mehr Gedanken über meine Verbindung zum Universum machen sollte, als über meine Muskeln. Wenn ich darüber nachdenke, könnte ich auch einfach auf der Couch liegen bleiben und mir den neuesten Blockbuster ansehen.
Schritt 3: Die Anstrengung
Beim ersten Versuch, die Übungen korrekt auszuführen, wird schnell klar, dass ich kein olympischer Athlet bin. Der Reformer erlaubt mir zwar, meine Beine in seltsame Positionen zu zwingen, doch der Krampf, der sich dabei in meiner Wade entwickelt, ist alles andere als erfreulich. Es ist fast so, als würde der Reformer seine eigene Agenda verfolgen: „Lass uns sicherstellen, dass du nie wieder zurückkommst.“ Mit jedem Zug spüre ich mehr das Verlangen nach einer entspannten Yogastunde, in der ich einfach nur atmen kann.
Schritt 4: Die Gruppe
Die Gruppendynamik ist ein weiteres Kapitel für sich. Die anderen Teilnehmer scheinen alle von der Idee, sich gegenseitig zu motivieren, begeistert zu sein. Da stehe ich inmitten von Überambitionierten, die die Anweisungen zwar befolgen, aber ehrlich gesagt fast wie Zirkusakrobaten aussehen. Ich hingegen fühle mich wie ein komplett untrainierter Elefant auf einem Drahtseil. Das Lächeln, das ich aufsetze, ist mehr ein Zeichen von Überforderung als von Freude.
Schritt 5: Der Nachgeschmack
Nach einer Stunde Reformer Pilates fühle ich mich nicht erfrischt oder belebt. Stattdessen ist da das schwerwiegende Gefühl, über meine Grenzen hinausgegangen zu sein. Die Muskeln brennen, und ich habe das Gefühl, dass ich am Abend nicht mehr aufstehen kann. „Das ist gut für dich“, sagen die anderen. Ich, für meinen Teil, glaube, ich werde mich lieber wieder dem klassischen Fitnessstudio widmen, wo ich nicht das Gefühl habe, meine Grundwerte in der Bewegung aufzugeben.
Schritt 6: Der Entschluss
Schließlich wird mir klar, dass Reformer Pilates vielleicht für viele Menschen eine hervorragende Wahl ist, aber ich mache Schluss damit. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Fitness und Folter, und obwohl ich gerne an meine Grenzen gehe, ist es nicht notwendig, dass ich das mit einem Gerät tue, das aussieht, als könnte es in einem Science-Fiction-Film vorkommen. Ich werde mich wieder auf das Wesentliche konzentrieren: frische Luft, Bewegung und vielleicht ein wenig weniger Drama.